"Nein."
"Warum tust du dann so, als wäre alles normal?"
"Ich weiß es nicht."
Ich schau dich fragend an, du ziehst an deiner Kippe und schaust dann zu Boden. Es ist kühl. Meine Hände frieren, ich spüre den kalten Wind auf meiner Kopfhaut. Ich bin verlegen. Irgendwas drückt auf meinen Kehlkopf, ich bekomme kein Wort mehr raus. Es ist still, immer diese Künstlerpausen, immer dieses viel zu laute Schweigen, es betäubt meine Ohren, oder vielleicht ist es doch die Kälte. In der ferne hört man Autos fahren. Von hier aus hört es sich an wie ein monotones Rauschen, dass der ganzen Situation einen melancholischen Unterton verleiht.
"Und, wie läuft es bei dir?" fragst du.
"Ganz gut haha."
"Warum sagst du haha, wenn es überhaupt nicht lustig ist?"
"Macht doch jeder, hat sich so eingebürgert. Jeder schreibt auch haha ohne das er überhaupt nur einmal mit der Miene zuckt oder es ansatzweise lustig findet."
"Hast schon recht."
"Ja haha."
Dann wieder Ruhe. Du schnippst die Kippe weg. Glimmend landet sie im Geäst, zischt und verglüht. Du atmest aus. Der Rauch aus deinen Lungen weitet sich in eine große Kugel, so gleichmäßig ungleichmäßig zugleich. Danach verflüchtigt er sich und steigt langsam an uns vorbei empor in den Himmel.
"Wie geht es jetzt weiter?" fragst du.
"Ich schätze du machst dein Ding, ich mach meins."
"So willst du es also beenden?"
"Ich kann nicht anders."
"Gibt's da auch einen Grund?""Du weißt ihn ganz genau."
Du tust so als müsstest du überlegen. Überlegen was du falsch gemacht hast. Überlegen warum ich sowas sage. Überlegen um Zeit zu schinden. Du weißt ihn genau. Willst ihn vielleicht nicht wahr haben. Willst ihn verdecken, aber deine Augen verraten dich. Du könntest es beenden. Ein für alle mal. Du tust es nicht. Ich habe es erwartet, aber mit diesem Risiko muss ich leben.
"Gut, dann war's das."
"Du weißt das du es beenden kannst. Vielleicht liegt der Sieg darin einfach aufzugeben."
"Dann bin ich halt ein schlechter Verlierer!"
"Deine Entscheidung, gut, ich schätze, ich sollte gehen. War ne schöne Zeit."
"Ja, is vielleicht besser so. Bis dann, ich wünsch dir alles Beste."
"Okay, mach's gut."
Mit dieses Worten wende ich mich ab. Der Wind weht mir ins Gesicht. Er gibt mit ein Gefühl aus Traurigkeit und Hoffnung. Traurigkeit das du weg bist, Hoffnung das du endlich deinen Fehler erkennst.
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thanks for reading,
next post is about: winter
xx, js
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